14. Dezember 2020
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Florian Schwab

Warum Karin Keller-Sutter mit den Linken stimmt

Sperrstunde 19 Uhr: Wie verschiedenen Medien zu entnehmen ist, war es neben Viola Amherd (CVP) die FDP-Justizministerin Karin Keller-Sutter (FDP), die dem Vorschlag von Gesundheitsminister Alain Berset (SP) über die Ziellinie verhalf. Zurückhaltender waren die beiden SVP-Vertreter und FDP-Mann Ignazio Cassis.

Was bringt eine freisinnige Bundesrätin, die in ihrer Zeit als St. Galler Justizdirektorin als rechtsfreisinnige «law and order»-Politikerin galt, dazu, im Bundesrat doch immer wieder mit den Linken zu paktieren? Umso mehr, als dass Keller-Sutter als «Wirte-Tochter» und ehemalige Präsidentin der Einzelhandels-Vereinigung «Swiss Retail Federation» viel Musikgehör für die Anliegen von Gastro-Branche und Detailhandel haben sollte?

In Bern kursiert eine überzeugende Erklärung: Der zweite freisinnige Bundesratssitz wackelt bedrohlich. Sollte einer der beiden FDP-Sitze tatsächlich dereinst zum Beispiel auf das Konto der Grün-Grünliberalen umgebucht werden, hat derjenige FDP-Vertreter die besseren Karten, der sich mit der Linken besser gestellt hat. Wer Karin Keller-Sutter verstehen will, der sollte sich immer wieder diese Ausgangslage vor Augen führen.

Ignazio Cassis scheint bisher weniger geneigt als seine Parteikollegin, sich bereits jetzt auf diesen Schatten-Wahlkampf einzulassen. Aus wirtschaftsliberaler Perspektive gereicht ihm dies zur Ehre. Es könnte ihn aber dereinst das Amt kosten.

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