Warum man die Bibel lesen muss

21. Dez 2020
Roger Köppel

Die Kirchen sind im Begriff, sich in die Überflüssigkeit zu verabschieden. Von den Kanzeln predigen sie gegen Trump und die Konzerne. Im verzweifelten Bestreben, «relevant» und «aktuell» zu sein, vergessen die Kirchenleute, wer sie sind und was ihre Botschaft ist. Sie steht in der Bibel.

Deshalb empfehle ich hier allen, die es noch nicht oder schon lange nicht mehr getan haben: Lest endlich die Bibel. Es ist das klügste, lehrreichste, berührendste, brutalste, aufwühlendste und liebevollste Schriftwerk der westlichen Kultur. Habe ich ein Adjektiv vergessen?

Vor allem ist die Bibel das Dokument eines erschütternden Realismus. Sie steckt voller Wahrheiten, in oft verstörende Geschichten und Gleichnisse verpackt. Es wird geliebt, gezeugt, gestorben und gekriegt. Der Mensch tritt uns im vollen Glanz und Elend entgegen, so, wie er eben wirklich ist.

Die Bibel ist auch ein Führungsbuch. Das Alte Testament beschreibt den Auszug der Israeliten aus Ägypten. Erörtert wird, wie das Volk Gottes seine Leitfiguren wählte. Die Geschichten von Isaak,  Jakob und Juda sind unendlich tiefer als die beste „Case Study“ der Harvard Business School.

Aber ich will hier nicht mit billigen Nutzwert-Slogans werben. Die Bibel ist vor allem eine Reise zu Gott und damit eine Reise ins tiefste Innere des Menschen, ganz egal, ob und an welchen Gott wir glauben. Wer in seinem Leben nur noch ein Buch liest: Es sollte, nein, es muss die Bibel sein.

Schöne Weihnachten!

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