26. August 2021
Rolf Hürzeler

Was gestern herzig war, gilt heute als Pornografie. Das erfährt soeben die Witwe des Nirvana-Sängers Kurt Cobain

Niemand kennt den 30-jährigen Amerikaner Spencer Elden, aber sehr viele haben ihn nackt gesehen. Er zierte als Baby das ikonografische Nirvana-Plattencover «Nevermind» und rühmte sich dessen bis vor einigen Jahren.

Die Fotomontage zeigt, wie Baby Spencer im Wasser nach einer Dollarnote an einer Angel greift – herzig, sollte man meinen. Doch die Zeiten haben sich geändert, wie Elden richtig erkannt hat, und er weiss das zu nutzen.

«Kinderpornografie» schreit er laut der BBC und verklagt die verbliebenen Bandmitglieder, Cobains Witwe, den Fotografen sowie die Plattenfirma.

Je 150.000 Dollar sollen sie ihm doch, bitte sehr, als Genugtuung überweisen. Zumal sein Zipfelchen auf dem Bild deutlich erkennbar sei.

Die Fotomontage vermittle damit den Eindruck, hier sei ein künftiger Sexarbeiter am Werk, worunter Elden ein Leben lang gelitten haben will.

Bleibt also zu hoffen, dass ihm das viele Geld den Schmerz künftig etwas lindert.

So weit, so schön für ihn. Schlecht für uns alle indes, sollte Prüderie heute solchermassen gesellschaftsfähig sein, dass der Mann mit seiner Klage durchkommt.

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9 Kommentare zu “Was gestern herzig war, gilt heute als Pornografie. Das erfährt soeben die Witwe des Nirvana-Sängers Kurt Cobain”

  • Marc Dancer sagt:

    Hasserfuellte Selbstentfremdung! Bei dem Weibern hat's angefangen jetzt sind die geistigen Eunuchen dran. Sie werden alle untergehen, in Zukunft sind wieder richtige Maenner gefragt die kaempfen koennen u. wollen. Auch die westliche Justiz hat abgedankt. Sie schuetzt nicht mehr den einfachen Buerger u. dessen Freiheit, sondern all die irren u. bestens vernetzten Pluenderer.

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  • Alessandro sagt:

    Worum es dem Herrn hier geht ist ja wohl offensichtlich. Seine Begründung ist ein Witz, aber in der heutigen Zeit würde es mich nicht wundern, wenn er damit an sein Ziel kommt.

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  • Gadsden flag sagt:

    Ich denke, der Pornografie-Vorwurf dient nur für die Publicity. Eigentlich geht es ums Versäumnis seiner Eltern, das Baby-Foto entsprechend zu versilbern. Störend ist eher, warum er so lange damit gewartet hat.
    Warum soll er seine Eltern damit behelligen? Die haben aus Naivität oder Nachlässigkeit sich mit einem warmen Händedruck abspeisen lassen. Über die Beträge kann und wird gestritten werden. Aber für mich ist klar, dass das Fotomodell entschädigt gehört.

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  • Henoch sagt:

    Warum stellt der Arme keine Rechnung an seine Eltern, die das Foto offenbar guthiessen? Ach ja, klar, dort gibt es kein Geld abzuholen. Es gibt einen Ausdruck für dieses Verhalten: Dekadenz.

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  • Andreas sagt:

    Hoffentlich gehen diese Moralapostel nicht in die Kirche. Wenn sie da die unzüchtigen Schnipsel der Puten,Engelchen und vom Jesuskind entdecken....

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    • Andi Blauer sagt:

      ….Stimmt, und ich würde mich nicht wundern wenn sich jemand aus der Betroffenheits - Generation in seinen Gefühlen angegriffen fühlt ab dem fast nackten Jesus am Kreuz! Und die Kirche, besonders die reformierte, in ihrem streberischen Eifer es allen Minderheiten recht zu machen, die ersten sind welche Jesus mit einem Tuch bedecken, natürlich nur als Zeichen von Respekt und Nächstenliebe.

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  • Andi Blauer sagt:

    Die heutigen hypersensiblen und woke Wohlstand verwahrlosten jungen Menschen des Westens, werden spätestens in 15 Jahren von resilienten, aufs Leben hungrigen, Chinesen und Inder an die Wand geklatscht, und zwar in allen Bereichen der Gesellschaft. Die Schneeflöckchen werden sich dann fragen, ob es sinnvoll war so viel Energie auf Randthemen wie Gender*, Sexismus und BLM zu verschwenden. Schuld sind dann ihre Eltern, da diese Generation Fehler und Unvermögen immer bei den anderen sucht.

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  • Der Michel sagt:

    Tipp: Klage in Deutschland einreichen. Dann gewinnt er garantiert.

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  • VP-Falger sagt:

    An unerer Klassenzusammenkunft vom 24.ds. stellten wir um 1950 geborene fest, dass wir in einer der besten Zeiten aufgewachsen sind. Wir konnten noch flirten, ohne angezeigt zu werden. Unholde wiesen wir durch Prügel in ihre Schranken. Selbst Ungelernte konnten noch Familien gründen und sie auch ohne Sozialhilfe ernähren. Politisieren fand unter Kollegen unterschiedlichster Meinungen und nach dem Gottesdienst am Stammtisch statt. Wir bewegten uns noch ohne ständig das Handy vor dem Gesicht.

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