01. Juli 2021
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Was ist bloss mit Finanzminister Ueli Maurer los? Er prügelt auf Wirtschaftsführer ein und redet wie ein altgedienter Sozi

Von Bundesrat Ueli Maurer sind wir einiges gewohnt. Er ist nicht einer, der um drei Ecken herumredet. Geht ihm etwas gegen den Strich, bringt er das fadengerade auf den Punkt – wie am Mittwoch in einem Interview mit der NZZ.

Maurer wurde dabei gefragt, wie er sich die Entfremdung zwischen Stimmbürgern und grossen Konzernen erkläre. Er gab zur Antwort: Viele Wirtschaftsführer hätten den Kontakt zu den normalen Menschen verloren. «Sie lassen sich Millionengehälter auszahlen, erwarten aber, dass eine Kassiererin, die 4000 Franken im Monat verdient, an der Urne im Sinne der globalen Wirtschaft abstimmt. Wenn ein CEO, der auch nur ein Angestellter ist, 10 Millionen Franken verdient, versteht das niemand – auch ich nicht», so der SVP-Bundesrat.

Wow! Was für eine Breitseite gegen die Wirtschaftselite – und das von einem Bundesrat, der der Wirtschaft zugeneigt ist. Die Sätze könnten genauso von Gewerkschaftsbundpräsident und SP-Nationalrat Pierre-Yves Maillard stammen.

Von Maurer hiess es, er werde mit dem Alter immer besser – offenbar auch linker und unberechenbarer.

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28 Kommentare zu “Was ist bloss mit Finanzminister Ueli Maurer los? Er prügelt auf Wirtschaftsführer ein und redet wie ein altgedienter Sozi”

  • alex.furer sagt:

    Also das mit den Gehältern der CEOs geht in Ordnung wenn das Wirtschaftlich für die jeweilige Firma tragbar ist. ABER, dass es nicht geht, das z.B. eine Pflegerin oder ein Pfleger dann 4000/100% verdient wenn der CEO Pflegebedürftig wird hat Hr. Maurer richtig erkannt.

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  • Martin Niederhauser sagt:

    Super dieses Eigengoal von Herrn Moser.Hat er denn wirklich erwartet,sein ungerechtfertigter Angriff auf Bundesrar Maurer finde Applaus.Wer hat hier die Verbindung mit der Realität verloren?Herr Moser, niemandes Leistung ist 10 Millionen Franken pro Jahr wert,Übrigens lm Wort verdienen birgt sich das Wort dienen,wem dienen diese Abzocker?Man muss hier verdienen durch abkassieren ersetzen.

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  • Fede sagt:

    Hut ab vor Ueli Maurer! Der sieht das noch mit der richtigen Optik. Seine Äusserungen haben natürlich gar nichts mit „links“ oder gewerkschaftlicher Denkweise zu tun. Er prangert ja nur die perversen Exzesse gewisser abgehobener Witschafts-CEO‘s an

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  • hape sagt:

    Keine und keiner dieser "Managementnomaden" ist auch nur eine Million wert.
    Ich habe dafür nur ein Wort: "Sauzucht".

    Ueli Maurer spricht mir aus der Seele. Und nicht zu vergessen - diese Auswüchse sind das Resultat der Umsetzung der vom Volk angenommenen Abzockerinitiative.

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  • Annemarie Walther sagt:

    Man braucht kein SVP-Fan zu sein, um sich darüber zu freuen, dass sich zwei Dutzend Kommentierende darin einig sind, dass Ueli Maurer mit seiner Kritik recht hat. Es spricht auch für die Qualität der WELTWOCHE, wenn sich deren Leser auch von einem gescheiten Journalisten nicht am kritischen Denken hindern lassen. Und Hubert Moser muss man die Frage stellen, ob ihm zur nach wie vor grassierenden unanständigen und abstossenden Abzockerei in den Manageretagen nichts Gescheiteres einfällt.

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  • verena sagt:

    Bravo! Ueli Maurer, wie recht sie haben! Ich bin ebenfalls soweit, dass ich sämtliche Änderungen die vom Link-Grünen Politikern kommen, ablehnen werde. Auch wenn Neuerungen noch so gut gemeint sind, steckt sicher nicht das Wohl des Volkes dahinter…….

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  • J. Lee sagt:

    Die teilweise exorbitanten Managerlöhne kommen einem legalisierten Diebstahl gleich.

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  • Guy Tiger sagt:

    Herr Maurer hat recht.

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  • jjg sagt:

    Herr Maurer soll das Aktienrecht so verbessern, dass die Löhne des Top-Kaders auch von den Aktionären bestätigt werden müssen.

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  • ADLO37 sagt:

    Man muss nun wirklich kein Sozialist sein, um Maurers Worte gut zu finden. Es sind nicht Unternehmer, die mit ihrem Geld in der Firmen "hängen", die Verantwortung auf Gedeih und Verderb tragen gemeint, sondern die unverschämten Manien von angestellten Managern, die unanständige Löhne und Boni fordern, ohne ersichtliche Verantwortung zu tragen und beim Scheitern noch Abgangsentschädigungen kassieren!

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  • Marlisa Schmid sagt:

    Maurer braucht kein Sozi zu sein, um richtigerweise festzustellen, dass die Manager schamlos abkassieren und sich exorbitante Boni und Gehälter auszahlen lassen. Wie Vasella 40 Millionen pro Jahr und eine Abgangsentschädigung von 72 Millionen, oder Dougan mit 90 Millionen. Solche Exzesse lösen bei jedem einigermassen vernünftig denkenden Mensch Unverständnis und Empörung aus. Leider geht diese hemmungslose Abzockerei in den Chefetagen trotz Abzockerinitiative und trotz Corona fröhlich weiter.

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  • Mueller sagt:

    Lieber Herr Mooser, ich bin sonst immer mit Ihrer geschätzten Arbeit voll zufrieden. Aber mit Ihrer Kritik an BR Maurers Breitseite gegen die Wirtschaftselite liegen Sie definitiv falsch! Er hat doch vollkommen recht, wenn er die exorbitanten Gehälter vieler CEO ins Visier nimmt.

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    • Fede sagt:

      Absolut richtig, bin voll Ihrer Ansicht.
      Das ist doch keine negative Breitseite, wie Mooser dies beschreibt. Das ist eine richtige Kritik von Ueli Maurer am rücksichtslosen Witschafts-Establishment und gehört auch mal von höchster politischer Ebene, publik gemacht.

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  • Janosh sagt:

    Dass der Geschäftsinhaber mehr verdient als seine Angestellten, ist weder unmoralisch noch verwerflich. Er trägt ja auch eine gewisse Verantwortung für seine Mitarbeiter und das Risiko für die von ihm bezahlten Investitionen.
    Was Ueli Maurer anspricht sind nicht die Unternehmer sondern die 'angestellten Manager' welche (ohne Verantwortung zu tragen) mit ihren absonderlichen Gehaltsforderungen jede Vernunft vermissen lassen und damit auch die Geldgeber (Aktionäre) prellen.

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  • Stefan Mueller sagt:

    Nix kapiert der Hubi!
    Diese Halunken-Heuschrecken-Söldner, die einzig und alleine ihr eigenes Portemonnaie im Blick haben, dafür für jede Schweinerei zu haben sind, die in der Bünzli-CH die FDP-WirLiebenalle, Kommunisten und Kindli-Sekten im Namen des Linksstaatsfilzes mit dem Geld der Firmen-Eigentümer finanzieren und marodieren lassen,
    denen gehen ihre Firma, "die Wirtschaft", die Schweiz, gar die ganze Welt total am Arsch vorbei, solange es das Abzocken ihrer Sekten und Cliquen nicht stört!!

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  • Reutimann Werner sagt:

    Meiner Ansicht nach kein Zeichen von LINKS oder unberechenbar! Sondern BR Maurers klares Denken. Die abgehobenen "Wirtschafts- oder Bank-Kapitäne" bedienen sich aus den Firmenkassen bis zum Geht nicht mehr; ohne Rücksicht auf Verluste. Aktionäre, die weniger Dividenden erhalten und deren Aktienkapital teilweise 10 Mal weniger wert ist als vor einigen Jahren, interessiert div. VR-Präsidenten/innen oder CEOs überhaupt nicht. Nur die eigene Kasse soll stimmen, mittels Lohn und Boni.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Ueli Maurer steht wohl in seiner letzten Amtsperiode als Bundesrat und will sich natürlich nicht mehr zu einseitig aus dem Fenster lehnen! Ja, es gibt (zum Glück!) in der Schweiz nicht nur skrupellose Abzocker und "Wachstums-Wirtschafts-Fanatiker". sondern auch noch Hunderttausende von Angestellten und Büezer, die mit 4500.- Fr. monatlich alle Rechnungen und anfallende Zahlungen begleichen müssen! Ein Bundesrat ist eben für ALLE "Bundesrat", so wie es Ueli Maurer im Interview darstellte!

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  • Hegar sagt:

    Geschätzter Herr Mooser, ansonsten praktisch immer Ihrer Meinung, muss ich hier für BR Ueli Maurer eine Lanze brechen.
    Mutig, wie er offen und ehrlich den unsäglichen Moralzerfall der Managerkaste (v.a. der börsennotierten Unternehmen) blossstellt.
    Unbekümmerte, grenzenlose Gier, immer in die Kameras strahlend, haben diese Manager einen sehr grossen Anteil am geistigen und sittlichen Zerfall und zwar weltweit, so auch in der Schweiz.
    Das hat nichts mit rot oder Sozi zu tun! Sondern mit Anstand

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  • Fredi Stutz sagt:

    Keineswegs. Auch die Wirtschaftselie, wie Sie es nennen, muss unbedingt einen Preisschild tragen. Selbstverständlich müssen Kriterien über die Kosten eines CEOs massgebend sein und nicht irgendwelche neue Abzocker -Trends im System.

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  • Tinu sagt:

    Warum ist man links und unberechenbar, wenn man sich kritisch gegen die Lohndiskrepanz ausspricht?
    Hätten wir bessere Bundesräte, wenn man ihnen den Lohn verzehnfachen würde?
    Ich finde Ueli Maurer einfach ehrlich.

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    • christian.penguin sagt:

      Absolut einverstanden. Die Aussage mag zwar seine „Klientel“ auf die Lackschuhe treten, aber seit wann sind eigentlich Wirtschaftsbonzen die Klientel der SVP?
      Wir Angestellten erleben seit vielen Jahren, wie sich v.a. das mittlere Management ausbreitet und die echt arbeitende Schicht verachtet. Ich kann niemandem verübeln, Sozialistisch zu denken bei diesen Zuständen, auch wenn ich selber konservativ-liberal bin (als Angestellter!).

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  • Realo100 sagt:

    Soso…..und wie ist es um gewisse Parteien bestellt? Viele CH-Parteibonzen und auch gewisse Bundesräte haben die Tuchfühlung zum Volk verloren und erwarten, dass das Volk trotzdem in ihrem Willen abstimmt….
    „Alter schützt vor Torheit nicht“, das gilt auch für Ueli Maurer. Oder vielleicht hat er sich zum Mittagessen eine Flasche Roten ( man beachte die Wortwahl) zu viel genehmigt….

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  • Edmo sagt:

    Weder links noch unberchenbar! Ueli Maurer ist einfach bodenständig. Die Abzocke mancher Manager ist abartig. Kein Mensch kann behaupten , ich wäre ein Linker. Aber jeder darf wissen, dass ich die Lohnexzesse mancher Manager genau so wenig goutiere wie Ueli Maurer. Die Grossbanken sind das beste Beispiel für absurde Löhne. Während das Kapital der Aktionäre seit Jahren schwindet, gönnen sich die Manager Zuwendungen wie wenn sie unfassbare Gewinne eingefahren hätten.

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    • Beri sagt:

      Genau so ist es. Das zeigt, dass Ueli Maurer noch alle Tassen im Schrank hat, und ihm die Vernunft noch nicht abhanden gekommen ist. Er sieht die Realität auch für die kleinen Leute. Chapeau für seine Ehrlichkeit.

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    • Beri sagt:

      Abzockerei gilt übrigens auch für SRG Staatsfunk, vom Volk mit Zwangsgebühren bezahlt. Ist noch viel dekadenter als in der Privatwirtschaft. Dort kann jede(r) noch selbst bestimmen, wo er sein Geld investieren will.

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  • markus.schudel@gmx.ch sagt:

    Finde, Maurer hat absolut recht. Der SVP wird dauernd vorgeworfen, sie huldige Milliardären. Severin Schwan, der CEO von Roche beispw., verdient jährlich um die 13 Millionen Euro. Na ja, es ist verpönt, Gehälter von Managern zu kritisieren, die selbst nur angestellt sind und ein bereits florierendes Unternehmen übernahmen. Aber dass Schwan von seiner Firma noch 50'000 p.a. extra kassiert, um seine Steuern machen zu lassen - so viel wie die Kassierin im Jahr verdient -, gibt mir schon den Gong.

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