20. April 2021
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Alex Baur

Was kümmern Professor Aguzzi seine Fehlprognosen von gestern? Dumm nur, dass der panische Italiener zu den Treibern unserer Corona-Politik gehört

Eines muss man dem Neuropathologen Adriano Aguzzi vom Universitätsspital Zürich lassen: Er weiss, wie man mediale Aufmerksamkeit generiert.

Als der Bundesrat am 15. März 2020 den ersten Shutdown verfügte, forderte Aguzzi in einem dramatischen Videoclip den totalen Lockdown; andernfalls würden bis Ende März 50.000 Menschen erkranken; zwei Tage zuvor hatte Aguzzi mit Exponenten der späteren Task-Force ultimativ harte Massnahmen gefordert; später drohte er sogar mit 60.000 Toten bis Juli.

Die Realität: Die Neu-Infektionen waren am 15. März bereits rückläufig; Ende März zählte die Schweiz noch 126 Hospitalisierte mit Corona-Diagnose; ab Juni gab es kaum noch Todesfälle.

Aguzzi hatte sich zwei Jahrzehnte zuvor schon mit apokalyptischen BSE-Szenarien grandios verhauen. Trotzdem wurde er in den Medien als «Star-Wissenschaftler» gefeiert.

Diese Woche hat Aguzzi im italienischen Fernsehen (RAI3) wieder zugeschlagen: «Italien hat die Krise besser gemeistert als die Schweiz.» Die Lage hierzulande sei «immer noch dramatisch».

Die Realität: Gemessen an der Bevölkerung hat Italien trotz viel härterer Massnahmen bislang 57 Prozent mehr mit oder an Covid-19 Verstorbene zu beklagen als die Schweiz; zurzeit sterben im bel paese sechsmal mehr Menschen mit oder an Corona als bei uns.

Doch von der Realität liess sich Wahrsager Aguzzi noch nie beirren.

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14 Kommentare zu “Was kümmern Professor Aguzzi seine Fehlprognosen von gestern? Dumm nur, dass der panische Italiener zu den Treibern unserer Corona-Politik gehört”

  • ulrich vogt sagt:

    Dem virus ist es vermutlich gleich, wer nun recht hat oder wer nicht. Das ganze Geplärr hilft uns nicht weiter. Aber bei der Weltwoche wird eifrig in die Glut geblasen, das Feuer darf nicht ausgehen, denn die bis jetzt einzige wirksame Bekämpfung, das Impfen, wir von Köppel und Co kategorisch ausgeschlossen. Warum, weiss niemand, vielleicht sind sie bloss überängstlich.

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  • minibixi2008 sagt:

    Aus eigener Erfahrung weiss ich dass auch Professoren in Nervenheil-Anstalten geheilt werden können.

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  • Bassersdorfer sagt:

    Anstatt hier Kommentare zu schreiben, müsst Ihr dem selbsternannten "Wissenschafts-Gott" ein Email mit Link zu diesem Artikel machen. Er freut sich auch über einige persönliche Anmerkungen und reagiert in seiner unnachahmlich arroganten und aufbrausenden Art. Drohungen seinersets mit einer Anzeige kann man getrost ignorieren.

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  • Buecherwurm sagt:

    An Grippewellen sind schon immer ein Haufen alter Leute, insbesondere mit Vorerkrankungen, gestorben.

    Mir stellt sich Corona zunehmend als ganz normale Grippe dar. Inzwischen haben die Ärzte gelernt, wie man mit spezifischen Problemen von Corona umgeht und man könnte die Übung eigentlich abbrechen.

    Mit dem Ratschlag Vitamn D zu schlucken oder mal ins Solarium zu gehen könnte man die ganze Impferei ersetzen.

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  • Edmo sagt:

    Wahrsagerei war schon immer eine beliebte Sache. Im Zelt auf dem Jahrmarkt konnte die Geheimnis umwitterte Wahrsagerin seit je her viel Geld verdienen. In der Wahrsagerei sind Fehlprognosen die Regel. Das kümmert aber niemanden, denn der Schauer, der einem bei der theatralsichen Verkündigung der Zukunft über den Rücken läuft, macht das Metier so beliebt. In der dekadenten Gesellschaft von heute haben apokalyptische Todesdrohungen von Wahrsagern mit Professorentitel den höchsten Stellenwert.

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  • olive sagt:

    Seltsam, dass gerade die Panikmacher, die schon früher versagt haben, heute wieder von Politik und Medien als bevorzugte Meinungsmacher dastehen.

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    • Pandani sagt:

      Das ist doch nicht seltsam, dass sich die Medien auf die Versager von früher verlassen.
      Würden sie echte Wissenschaftler wie Dr. Wodarg, Ioannidis, Baghdi oder auch Ärzte an zu Wort kommen lassen, hätten sie gar kein Mittel die Angst-Panikmache für diese Plandemie aufrecht zu erhalten!

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    • Werner sagt:

      Die Geschichte wiederholt sich wieder und wieder: die selben "Wissenschafter" und Politiker, die Ende der 80-er vor einer - selbstverständlich Menschengemachten - Abkühlung des Weltklimas - bis zu hin zu einer Eiszeit - Angst verbreitete, sind heute massgebend bei der Diskussion um die Klimaerwärmung. Man darf sich ja wohl einmal irren.

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    • Elba sagt:

      So ist es. Man lädt nur die ein, die sich früher schon mehrfach durch Falschprognosen disqualifiziert haben. Diejenigen aber, die früher nachweislich mehrfach richtig geurteilt haben, werden ignoriert oder gar diffamiert. Also geht es den uns linkenden Medien eindeutig nicht um objektive Information.

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  • VP-Falger sagt:

    Ein typischer Gott in weiss...

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  • Albert sagt:

    Mark Twain beschrieb solche Wahrsagerei bereits überaus treffend: "Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen."

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