10. Dezember 2020
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Christoph Mörgeli

Was soll das Journalisten-Gemecker über Bundespräsident Parmelin?

Wirtschaftsminister Guy Parmelin (SVP) ist gestern von der Vereinigten Bundesversammlung mit einem guten Resultat zum Bundespräsidenten für das Jahr 2021 gewählt worden. Voran ging diesem normalen helvetischen Turnus eine eigenartige wie befremdliche Kaskade des medialen Schuhabtretens. Flächendeckend in der Deutschschweiz meckerten vor allem die Journalisten von Tamedia hochnäsig über den Waadtländer Weinbauern. Wie wenn studiert und gescheit dasselbe wäre.

Er könne zu wenig kommunizieren, wurde Parmelin vorgeworfen, vor allem in der deutschen Sprache. Es käme auf einen Test an, ob die kritisierenden Journalisten ebenso gut französisch sprechen wie der neue Bundespräsident Deutsch. «Die Erwartungen sind tief», behauptete der Blick, dessen Niveau regelmässig sämtliche Erwartungen übertrifft. Guy Parmelin aus den Rebbergen des Lavaux könne deshalb 2021 eigentlich nur positiv überraschen.

Was soll diese Überheblichkeit? Zum einen hat die SVP dem Parlament vor fünf Jahren eine Dreierauswahl präsentiert. Es sind damals keine Journalisten aufgefallen, die den blitzgescheiten Thomas Aeschi oder den souveränen Norman Gobbi vorgezogen und empfohlen hätten. Zum andern wirkt ein Mitglied oder gar ein Präsident unserer Landesregierung weit besser für unsere Bevölkerung, wenn er sich in seinem Amt nicht allzu wohl fühlt. Sondern die Last der Verantwortung auf den Schultern spürt. Amts- und publikumsverliebte Bundesräte haben wir schon genug.

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