17. Februar 2021
Alex Baur

Wegen eines Blackouts sind in Texas Millionen während eisiger Kälte ohne Elektrizität. Das sollte uns eine Warnung sein: Pandemien sind schlimm – eine Strom-Mangellage ist schlimmer

Seit Sonntag sind Millionen von Haushaltungen im US-Bundesstaat Texas zeitweise oder ganz vom Strom abgeschnitten. Rien ne va plus – kein Telefon, kein Licht, kein Computer und kein Elektrogerät, Menschen sind erfroren.

Der Grund: Während eisige Temperaturen die Nachfrage nach Strom in die Höhe schiessen liessen, sind die Windgeneratoren, die im Schnitt 23 Prozent des Stroms in Texas liefern, buchstäblich eingefroren. Auch beim Gas, das 40 Prozent abdeckt, kam es zu Engpässen.

Diese Gefahr droht auch der Schweiz. Gemäss dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) ist die «Strom-Mangellage» das wahrscheinlichste, teuerste und gefährlichste Katastrophen-Szenario, noch vor einer Pandemie und sehr, sehr weit vor einem unwahrscheinlichen AKW-Gau.

In der Theorie mag die geplante Energiewende funktionieren. Doch Papier ist geduldig. Bevor alle AKW runtergefahren und alle Autos und Heizanlagen auf Strom umgerüstet werden, sollten wir uns doch noch einmal nüchtern überlegen, wie das aufgehen soll.

Es ist eine simple Milchbüechli-Rechnung, für die ein ETH-Studium offenbar eher hinderlich ist.

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16 Kommentare zu “Wegen eines Blackouts sind in Texas Millionen während eisiger Kälte ohne Elektrizität. Das sollte uns eine Warnung sein: Pandemien sind schlimm – eine Strom-Mangellage ist schlimmer”

  • remoloetscher sagt:

    Alex, die anderen 77% der Stromlieferanten sind genauso eingebrochen. AKWs vereist und Gasturbinen, die nicht mehr funktionieren! Es sind extreme Wetterbedingungen! Die Windkraft ist zu 23% dafür verantwortlich, nicht mehr!

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  • Hank Rearden sagt:

    In der Merkel-BRD ist die Frage längst nicht mehr, ob der Blackout kommt, sondern nur noch wann!

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  • Bernd Seeber sagt:

    Hat jemand daran gedacht, dass Atomkraftwerke durch Fusionsreaktoren ersetzt werden können? Die Fusion ist eine CO2 freie Energiequelle. Als "Kraftstoff" werden Wasserisotope verwendet die es praktisch ohne Begrenzung gibt. In den USA wird diese Energiequelle stark gefördert und ein erster Ultra-Hochfeld Reaktor mit positiver Energiebilanz soll 2025 getestet werden. Siehe dazu www.cfs.energy.

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  • Keller Hans Rudolf sagt:

    Da reibt man sich die Augen… Da gibt es Gemeinden, Städte, sogar der Bund beschafft sich
    E-Autos für das Personal, Feuerwehr, Sanität, Polizei. Dabei wäre es ihre Aufgabe, Fahrzeuge zu beschaffen, die unter grösster Not noch einsatzfähig sind. Aber nein, sie machen C02-Politik, statt für die grösste Sicherheit zu sorgen. Dabei wäre es auch interessant zu wissen, ob in der Schweiz die dieselbetriebenen Notstromaggregaten (Spital, Polizei, Feuerwehr, SBB etc.) abgeschafft werden?

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  • juege sagt:

    Hier noch eine kleine Ergänzung zum Thema E-Mobilität: https://www.journalistenwatch.com/2021/02/17/erste-tiefgaragen-e/

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  • Juerg Schneeberger sagt:

    Ein Stromblackout über Wochen hätte verheerende Folgen für die CH. Es würde sämtliche gemachten Schulden mehrfach übertreffen. Die Leute würden sich binnen kürzerster Zeit die Köpfe einschlagen. Kein Strom im Winter würde bedeuten, dass folgendes ausser Betrieb wäre: Wasser, WC, Kläranlagen, Küche, Licht, Heizung, Telefon, Radio, Fernseh, Kühlanlagen, Nahrungsmittelversorgung, Verkehrsbetriebe, Tankstellen, Spitäler (für kurze Zeit noch im Notstrombetrieb) und vieles mehr.

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  • Juerg Schneeberger sagt:

    Wo sind eigentlich die wissenschaftlichen Verantwortungsträger der Schweiz und wann erkennen diese endlich, dass das oberste Ziel sein muss, eine eigenständige und zuverlässige Stromversorgung aufzubauen, eine Versorgung ohne Abhängigkeit von der EU, eine Versorgung mit genügend Bandenergie, eine Versorgung die umweltfreundlich, nachhaltig, sauber und zuverlässig ist. Dies wird kosten! Dabei führt kein Weg an AKW’s vorbei, denn viel zu wichtig und übergeordnet ist dieses Thema!

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  • prie sagt:

    Eine der Lösungen wäre, dass die CH Energiekonzerne (z.Bsp. Axpo) keine Kraftwerke im Ausland bauen sondern in der CH. Bei Bedarf wird die EU den Stromexport in die CH verbieten und da hilft eine Investition im Ausland nicht.
    Auch keine Grünen Politiker wählen würde etwas helfen.

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  • baloiszydeco sagt:

    Ideologischer Wahnsinn was hier allgemein abgeht. Sichere Versorgung wird durch fragilen Flatterstrom ersetzt - ohne backup. Darum unterschwellig Panik auch in D, dass Nordstream 2 Gas bald fliesst, weil sie wissen, mit ihrem Energietraumwandel haben sie sich total verheddert. Und wir hängen voll drin, bis 3 GW Import Winternacht um unsere Pumpspeicher füllen, sonst geht nichts mehr.

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  • Edmo sagt:

    Texas ist ein Musterbeispiel für die erfolgreiche Energiewende. Schliesslich geht es ja primär um den viel beschworenen Systemwechsel. Mangelwirtschaft ist das Zauberwort und Heilsversprechen. Greta ist sicher stolz auf die Texaner und ihre erfrorenen Märtyrer. Alles richtig gemacht. Bevor wir auch zu Gretas Mätyreren werden, sollten wir hierzulande den Energiewende-Wahnsinn stoppen. Ein klares Nein zum CO2-Gesetz!

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  • jjg sagt:

    Die Weltwoche müsste die Diskussion um neue Atomkraftwerke wieder lancieren. Die neuesten Generationen sind sicherer, kleiner und günstiger. Ebenso müsste über neue Wasserkraftwerke diskutiert werden. Hier liegt doch noch ein Riesenpotential, bedenkt man, wie viele Flüsse noch ungenutzt dahinfliessen.

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  • juege sagt:

    Wenn Sie gestern die Kommentare in der BAZ gelesen haben, muss das bei uns zuerst passieren, bevor die nützlichen Idioten aufwachen. Das generelle Übel an WW Daily ist, dass es nicht diejenigen erreicht, welche es am nötigsten hätten. Selbst wenn, weil es von der WW, also von SVP kommt, ist eh des Teufels.

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  • Bischi49 sagt:

    Den letzten Satz kann ich nicht unterschreiben. Man braucht zu oft Experten um den gesunden Menschenverstand zu ersetzen. Ob diese ein ETH-Studium hinter sich haben ist oft fraglich. Fakt ist, dass das Ingenieurstudium unabdingbar ist, wenn es darum geht, grosstechnische Anlagen sicher und zuverlässig zu bauen und zu betreiben. Wer aber aus Wunschdenken heraus mit fehlendem Blick aufs Ganze Bastellösungen als tauglich erklärt, wendet leider sein evtl. erworbenes Ingenieurwissen unredlich an.

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  • Mueller sagt:

    Wieder ein Beweis, dass diese das Landschaftsbild verschandelnden Windräder für eine sichere Stromversorgung untauglich sind! Für mich heisst das umgehender Ausstieg aus dem Atomausstieg! Die KKW der neuesten Generation sind sehr sicher!

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    • Haemmi sagt:

      Toller Kommentar! Das haben Bill Gates und Elon Musk ebenfalls erkannt, auch wenn ich nicht mit allen Aussagen von den beiden einverstanden bin. Zusätzlich bin ich überzeugt, kann die (bezahlbare) Energieversorgung bis zum Ausstieg vom Atomausstieg nur über Mineralöl/Benzin gelöst werden - deshalb sollten wir im Juni vernünftig bleiben und das CO2-Gesetz ablehnen.

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