27. Juli 2021
Pierre Heumann

Weil westliche Staaten von einer internationalen Konferenz antisemitische Beschlüsse befürchten, sagen sie ab. Doch die Schweiz hält das Treffen für wichtig und schickt eine Delegation nach Durban, Südafrika.

Viele westliche Staaten werden im September die umstrittene Durban-IV-Konferenz boykottieren. Aber die Schweiz will an der Tagung, an der der 20. Jahrestag der «Erklärung von Durban» gewürdigt werden soll, mit dabei sein.

Dabei ist absehbar: Die politischen Massnahmen zur weltweiten Bekämpfung des Rassismus, die an der Konferenz verabschiedet werden sollen, werden wie in früheren Jahren nur ein plumper Vorwand für Hetze gegen Israel sein. Nicht nur Israel, sondern auch Deutschland, Österreich, Grossbritannien, die Niederlande, Kanada, Tschechien, Ungarn und die USA haben deshalb ihre Teilnahme unter Protest abgesagt. Sie wollen das Festival des Hasses nicht unterstützen.

Anders die Schweiz. Sie wird mit einer Delegation vertreten sein, wie das Aussendepartement auf Anfrage der Weltwoche bestätigt. Wo westliche Staaten ein «singling out» Israels kritisieren, lobt die Schweiz die Konferenz als «hochrangiges Treffen» der Uno-Generalversammlung. Während Regierungen in Berlin, London oder Washington wegen absehbarer antisemitischer Deklarationen absagen, erwartet Bern ein «wichtiges Grundlagendokument» zur Bekämpfung von Rassismus und Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz.

So ganz wohl scheint es dem EDA, das sich mit seiner Durban-Position zunehmend isoliert sieht, allerdings nicht zu sein. Es stehe nämlich noch nicht fest, so das EDA, wer die Schweiz am Treffen in Durban vertreten wird.

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8 Kommentare zu “Weil westliche Staaten von einer internationalen Konferenz antisemitische Beschlüsse befürchten, sagen sie ab. Doch die Schweiz hält das Treffen für wichtig und schickt eine Delegation nach Durban, Südafrika.”

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