03. Dezember 2020
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Henryk M. Broder

Wegen «Verschärfung der Klimakrise»: Kinder klagen mit Hilfe einer NGO gegen EU-Staaten

Es kommt immer wieder vor, dass Urlauber, die eine Reise ans Meer oder in die Berge gebucht haben, den Reiseanbieter auf Schadenersatz verklagen, wenn das Wetter nicht so war, wie es die Fotos im Katalog versprechen. Solche Klagen haben meist wenig Aussicht auf Erfolg.

Ganz anders dagegen verhält es sich mit einer Klage, die «sechs Kinder und Jugendliche aus Portugal» gegen 33 europäische Länder, darunter alle 27 EU-Staaten zuzüglich Norwegen, Russland, Großbritannien, Türkei, Schweiz und Ukraine beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Strassburg eingereicht haben, «mit Hilfe der Nichtregierungsorganisation Global Legal Action Network (GLAN)», wie es auf der Seite der ARD-«Tagesschau» heisst. Wobei ungesagt bleibt, ob sich die «Kinder und Jugendlichen aus Portugal» an die NGO gewandt haben oder ob die NGO die Kinder und Jugendlichen für ihr Projekt gecastet hat. Fest steht nur zweierlei: dass die jüngste «Klägerin» acht Jahre alt ist und dass die Klage vom EGMR angenommen wurde.

Das Gericht hat den betroffenen Ländern drei Monate Zeit gegeben, sich zu dem Vorwurf zu äussern, sie würden durch ihre Politik die «Klimakrise» verschärfen und damit die Zukunft der jungen Generation gefährden. Die klagende NGO hofft auf ein «wegweisendes Urteil zum Klimawandel».

Sollte es dazu nicht kommen, könnte das Global Legal Action Network es mit einer Klage direkt gegen das Klima selbst versuchen. Auch dafür dürfte sich irgendein Gericht finden.

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