28. Juli 2021
Beat Gygi

Wenn Städte auf Kosten des Landes leben, wird es Zeit für das Gemeindemehr

In der Schweiz wird die Debatte über ein Gemeindemehr lauter. Die Appenzeller-Gemeinden Urnäsch und Stein fordern eine solche Regelung für ihren Halbkanton.

Was ist das? Es ist wie die Regel des Ständemehrs bei Bundesabstimmungen, einfach eine Stufe tiefer: Bei bestimmten kantonalen Abstimmungen soll nicht nur die Mehrheit nach Stimmen, sondern auch die Mehrheit nach Gemeinden entscheidend sein.

«Geht nicht», rufen sofort Juristen und Politiker. Viele sagen, das mache politische Entscheide viel zu schwerfällig, würde Sand ins Getriebe bringen.

Das ist die wichtige Frage: Ist es gut oder schlecht, wenn Sand ins Getriebe kommt?

Wenn man sieht, wie die grösseren Städte Steuergelder in Umverteilung, Verkehrsbehinderung, Verwaltungsluxus, Vetterliwirtschaft und nutzlose Klima-Aktionen stecken, dann muss man sagen: Eine Bremse ist nötig.

Ein Gemeindemehr würde die kleineren Gemeinden vor allzu herrischen und verschwenderischen Städten schützen, das wäre wie eine Staatsbremse, oder Schmarotzerbremse.

Logisch, dass der schärfste Widerstand dagegen von Links-Grün kommt – mit Blick aufs Ständemehr ist es ja auch schon so.

880 7

16 Kommentare zu “Wenn Städte auf Kosten des Landes leben, wird es Zeit für das Gemeindemehr”

  • Dan Bersier sagt:

    Beim Auto gibt es die Differenzialsperre, welche das abgehobene Innenrad abbremst, damit es nicht sinnlos durchdreht.
    Das Gemeindemehr hätte eine analoge Funktion: Die abgehobenen Polit-Kräfte abbremsen, damit diese nicht sinnlos durchdrehen 😉

    60
    2
  • JB sagt:

    Es wäre auf dem selben Prinzip fundiert als der US Senat. Eine Mehrheit muss auch geographische Teile des Landes miteinschliessen, nicht nur die Teile, wo die Bevölkerung am schwersten ist. Denn die bevölkerungsreichen Städte profitieren auch davon, dass es Landflächen mit Einwohnern gibt (auch wenn es ihnen egal ist).

    45
    4
  • Mueller sagt:

    Auf jeden Fall muss das Gemeindemehr nach dem obligatorischen Ständemehr auch noch eingeführt werden! Das ist einer direkten Demokratie würdig!

    123
    3
  • peterlinz sagt:

    Jahrhunderte lang wurde die männliche Landbevölkerung zur Vermehrung des Mammons in fremde Kriegsdienste geschickt und der Stadtnobel hat das Geld verprasst oder in Prunkgebäuden investiert. Den verbliebenen Bauern wurde erst noch der sogenannte "Zehnten" abgenommen.

    134
    2
  • Juerg Schneeberger sagt:

    Die letzte Abstimmung hat gezeigt, dass ohne die grosse Mobilmachung durch die Bauern, die CO2 Abstimmung durch die Dominanz der Städte angenommen worden wäre.
    Linksgrüne Städte locken mittels Masseneinwanderung und Sozialunterstützung mittellose Ausländer an und bürgern dieses ein. Die Konsequenz wird sein, dass zukünftig die linksgrünen Städte, welche schlussendlich von der Landbevölkerung subventioniert werden müssen, Volksabstimmungen entscheiden werden.
    Darum sofort ja zu diesem Korrektiv!

    201
    3
  • ulrich vogt sagt:

    Ein obligatorisches Ständemehr bei allen Abstimmungen, ungeachtet des Inhalts der entsprechenden Vorlagen? Da könnte man gleich zu Hause bleiben, wenn die kleinen Kantone das Sagen hätten. Die Leute, die in den Städten wohnen und arbeiten, sind auch Schweizer, und diese einfach abzustrafen, weil sie zum Teil anders abstimmen als die konservative Landbevölkerung, ist völlig jenseits. Gezielte Provokationen von R.Eichenberger etc. sind Gift für die Grundidee des Zusammenlebens in der Schweiz.

    6
    266
  • Stefan Mueller sagt:

    Sauberer und viel einfacher ist:
    Eine Schweiz ohne Welsche Basler und die etwas grösseren Dörfli Tsüri Bern Biel St.Gallen.
    Büsingen als Enklave zeigt auf, dass die Schweiz mit sowas locker umgehen kann.
    Und wenn man an all die Milliarden denkt die die Bünzli-Städter jährlich von den Landeiern abzocken?!
    Wäre dann sicher lustig mitanzusehen, wie die EU-Mitgliedssekten Tsüri Bern Biel etc. ihre Kohäsions-Milliarden zusammenkratzen, oder wollen die in der EU gar bloss nur auch den Griechen machen?

    114
    6
  • Markus Saurer sagt:

    "Wenn man sieht, wie die grösseren Städte Steuergelder in Umverteilung, Verkehrsbehinderung, Verwaltungsluxus, Vetterliwirtschaft und nutzlose Klima-Aktionen stecken, dann muss man sagen: Eine Bremse ist nötig."

    Viel besser kann man es nicht mehr sagen 😉

    224
    3
  • Florence sagt:

    Scheinbar können die Städte nicht anders. Siehe Stäfner Handel. Es bräuchte eben wieder ein paar Mutige, rechtschaffene Leute die in die Hosen steigen. Gemeinden die sich zusammen tun und dieser Grün-rot-braunen Bande den Riegel vorschiebt.
    Keine Schtäfemer ,Üeriker,Meilemer Seebuebe mehr. Nur noch ein SUVfahrender Hochdeutsch-akzentiger Einheitsbrei .

    208
    8
  • jameselsener sagt:

    In der Geschichte haben die Landgemeinden immer wieder mal die Städte belagert und zerstört. Daraus ist dann wieder Neues entstanden und hat das Ganze weitergebracht.

    Das Gemeindemehr ist die moderne Art der Belagerung und zwingt die Städte zur Erneuerung.

    Einführen!

    250
    2
  • VP-Falger sagt:

    Wir erleben seit Jahrzehnten eine Verstädterung, die dank Staus alles andere als CO2 reduzierend wirkt. Diese Idee finde ich brilliant, denn die bodenständigen und bodenhaftenden "Weisheiten" kommen meistens aus ländlichen Gebieten. Wenn ich denke, dass in ein paar Jahrzehnten sich die Statd Zürich sich die Zürichseegemeinden einverleibt, bis die Limmat hinunter nach Neuenhof, dann wird mir mulmig zumute. In Boston, Population 750'000, war mit $1 möglich, vergleichsweise Baden-Meilen zu fahren.

    231
    1
  • eduardkeller sagt:

    Nach dem Krieg am 3.8.1833 auf der Hülftenschanz zwischen Baselland und Baselstadt wurde der am 27.3.1832 gegründete Kanton Basel Land gefestigt. Die satten Städter verloren den Krieg auf der Hülft. Und so bleibt es bis heute. Niemand will einen gemeinsamen Kanton Basel. Die Landzürcher sollen doch auch einen Kanton Zürich Land ausrufen.

    295
    0
  • Edmo sagt:

    Die grössten Städte des Landes sind zu Ballungszentren rotgrünen Wahnsinns geworden. Eine Bremse tut dringend Not. Das Gemeindemehr wäre sicher ein gescheites Korrektiv. Sollte es nicht kommen, muss der Wahnsinn über die Aufhebung des Lastenausgleichs beendet werden. Wenn wir den Rotgrünen die Mittel streichen, endet die sinnlose Verschwendung von Steuergeldern auch. Sinnvoll wäre auch eine Stärkung der Gemeindeautonomie. Die Gemeinden bestimmen und zahlen selbst.

    416
    1
  • Rolf Bolliger sagt:

    Städte wählten und wählen künftig noch mehr Umverteiler-Parteien! Hemmungslos werden laufend neue staatliche und städtische Sozialeinrichtungen geschaffen, Verkehrsblockaden errichtet und Verwaltungsluxus betrieben! Die arbeitende und solvente ländliche Bevölkerung wird nur noch als zuverlässige Steuerzahler(innen) gebraucht! Dass hier Abhilfe geschaffen werden muss, ist sehr gut nachvollziehbar!

    351
    0
  • markus.schudel@gmx.ch sagt:

    Ein obligatorisches Ständemehr bei ALLEN Abstimmungen auf nationaler Ebene wäre bereits ein Segen für die Demokratie.
    Zusätzlich ein Gemeindemehr auf kantonaler Ebene würde die destruktiven Kräften in unserem Land eindämmen und ist zu begrüssen.

    332
    0

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.