21. Mai 2021
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Wolfgang Koydl

Wer ist denn nun die Rassistin? Chicagos Bürgermeisterin Lori Lightfoot will nicht mit weissen Journalisten reden

Es ist ein Traum, wie ihn sich nur Diktatoren erfüllen können: Handverlesene Journalisten, die sich an der Sonne des grossen Führers wärmen dürfen.

Oder einer Führerin.

Lori Lightfoot, schwarze Bürgermeisterin von Chicago, will nur noch mit schwarzen Reportern reden. Sie habe keine Zeit, weissen Journalisten die «Tücken unausgesprochener Vorurteile» zu erklären: «Das ist nicht mein Job.»

Offen ist, ob schwarze Heteros in den Genuss eines Interviews mit der bekennenden Lesbe kommen, deren Wahl zur Chefin seiner Heimatstadt Barack Obama bejubelte. Vorläufig outet sich Ms Lightfoot lediglich als Rassistin.

Rassist ist, wer über einen Menschen allein aufgrund seiner Hauptfarbe richtet. Deshalb träumte Martin Luther King, dass seine Kinder einmal «nicht nach ihrer Hautfarbe sondern nach ihrem Charakter beurteilt» werden.

Pech gehabt. Der legendäre Bürgerrechtler passt so gar nicht in die Zeit des neuen, schwarzen Rassismus, wo wieder nur die Pigmente zählen, und nicht der Charakter.

Aber an dem mangelt es Lori Lightfoot offenbar.

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10 Kommentare zu “Wer ist denn nun die Rassistin? Chicagos Bürgermeisterin Lori Lightfoot will nicht mit weissen Journalisten reden”

  • Ulrich J. sagt:

    „Unsere Welt ist nicht nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht oder Religion unterteilt. Unsere Welt ist in weise Menschen und Narren unterteilt. Und Narren teilen sich nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht oder Religion." Sagt dies ein Schwarzer, ist es für den Mainstream voller Weisheit und Poesie. Zitiert ein Weißer Nelson Mandela, ist es der Versuch, alltäglichen Rassismus zu verharmlosen.

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  • Meinrad Odermatt sagt:

    "Deshalb träumte Martin Luther King, dass seine Kinder einmal «nicht nach der Hautfarbe sondern nach ihrem Charakter beurteilt» werden."

    Das ist löblich. Wie man in Afrika und in der Karibik sieht, reicht "ein guter Charakter" bei weitem nicht aus, um eine funktionierende staatliche Infrastruktur aufzubauen. Es ist einfach, da eine grosse Röhre zu führen, wo andere dafür sorgen, dass Strom und sauberes Wasser fliessen. Das ist Fakt nicht Polemik.

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  • baloiszydeco sagt:

    Schwarze upper class möchte am liebsten segregiert leben nur sind all black 'hoods nicht gefragt, man will safe weiss wohnen. Trotzdem, 15 Jahre Firma geleitet, Büros verstreut ganze US, alle Rassen, Ethnien, Genders, Religionen etc., kaum ein Problem säkulare Schwarze und Weisse, viel mixed Paare. Wo aber schwere Konflikte schlichten, separieren: Hispanic, Latinos, Chinese, Indian, Vietnamese, MidEast, Orthodoxe, Mormonen und Schwarz. Auch untereinander. Aber davon nix in heuchlerischen MSM.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Diese unglaubliche Ansicht der schwarzen Bürgermeisterin Lori Lightfoot zeigt einmal mehr: Wer dermassen arrogant gegen weisse Journalisten auftritt ist eine echte "Rassistin"! Für solche Leute sind nur weisse Polizisten und Wohnungsvermieter Rassisten, die gegenüber kriminell oder hinterlistig auftretenden "Schwarzen" einschreiten, kritisieren oder eine Anzeige schreiben! Bei uns wird jemand schon zum Rassist, wenn er ein echtes Migrationsproblem beim Namen nennt!

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  • T sagt:

    Es ist die Kernkompetenz jener, die die Täter sind, sich als Opfer darzustellen. Diese faschistischen Methoden sind brandgefährlich und erinnert an die 30er Jahre.

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  • Edmo sagt:

    Schon als ich vor über 40 Jahren erstmals in den USA weilte, war es unübersehbar. Schwarzer Rassismus war absolut alltäglich und wurde offen ausgelebt. Schon damals trauten sich die Weissen nicht, das Thema anzusprechen. Nach offizieller Lesart waren sie die Rassisten und die Sklaverei früherer Generationen lastete derart schwer, dass die Fakten keine Rolle spielen durften. Es grenzt fast an ein Wunder, dass so krasse Auswüchse wie Lori Lightfoot erst jetzt stattfinden.

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    • VP-Falger sagt:

      Als ich 1997 in Boston ein Studium absolvierte, wurde der Cousin meiner Host-Family im Fahrzeug erschossen. Er fuhr den geliehenen Wagen seines Schulkameraden und Drogendealers, wurde mit diesem verwechselt und brutal gekillt. Bemerkenswert: Es war Schwarz gegen Schwarz gewesen... Bum und tot.

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  • Mueller sagt:

    Wo bleibt der Aufschrei der diskriminierten weissen Journalisten? Wo bleiben die Demos „ White lives matter“? Wo sind die Betroffenheitserklärungen der Mainstream-Medien?

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    • minibixi2008 sagt:

      Wenn man natürlich Amerika nur aus den Medien kennt, dann glaubt man diesen Einseitigen weissen Rassismus der uns täglich von unseren linken Journalisten eingehämmert wird.
      Ich war sehr viel in Amerika kam mit allen Leuten zusammen und kann sagen dass Rassismus keinen halt vor der Hautfarbe macht.
      Ich wurde sehr viel schikaniert bei der Einreise, aber meistens nicht von weissen Zöllnern.
      Solange es Menschen gibt gibt es auch Rassismus.
      Seht euch doch mal bei den Tieren um, Rassismus pur.

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