08. Dezember 2020
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Wer Ueli Maurer im Ständerat zum Einschlafen bringt

Es geschah während der Budgetdebatte des Ständerates am Montag. Es ging um die «themenbezogene Berichterstattung zu einzelnen Verwaltungseinheiten» wie es Ratspräsident Alex Kuprecht nannte. Und die Basler Sozialdemokratin Eva Herzog, die seit 2019 der kleinen Kammer angehört, las als Kommissionssprecherin leise und in monotoner Tonlage die etwas lang geratene Entscheidungsfindung der Finanzkommission zum Voranschlag der Bereiche Behörden und Gerichte vor.

Zugegeben, das ist nicht gerade eine Geschichte, die das Publikum elektrisiert. Der Ratssaal war denn auch halbleer. Nur einer musste pickelhart ausharren – Finanzminister Ueli Maurer.

In der ersten Sessionswoche spulte er im Nationalrat bereits neun Stunden Budgetdebatte ab, nun das Gleiche nochmal im Ständerat und dazu die Litanei Herzogs. Das war selbst für den sonst sportlichen Finanzminister zu viel. Und so sass er da, mit übereinander geschlagenen Beinen, der Rednerin zugewandt, die Arme verschränkt – und Augendeckeln, die sich wie Blei anfühlen mussten.

Sein Kopf kippte ein paar Mal gefährlich auf die Brust. Und gerade als man dachte, jetzt döst er definitiv weg, raffte sich Maurer noch einmal zusammen und konsultierte diskret unter dem Pult sein Handy, wirft einen Blick in einen Ordner vor ihm, lehnt sich mit aufgesetzter Brille in den Stuhl zurück und der Kampf beginnt von vorn.

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