11. Dezember 2020
Alles lesen
Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Wie das Buebetrickli eines linksgrünen Ayatollahs den Nationalratspräsidenten ins Schwimmen brachte

Es gibt Beratungen im Nationalrat, bei denen mit harten Bandagen gekämpft wird. So auch am Donnerstagmorgen. Es ging um die Trinkwasserqualität und die Frage, ob ein Pflanzenschutzmittel verboten werden darf, selbst wenn dessen Stoffe für die Gesundheit unbedenklich sind. Dabei kam es zum traditionellen Fragesteller-Ballett: Zuerst trägt ein Redner seine Argumente für oder gegen die Vorlage vor, dann stürmen reihenweise Parlamentarier ans Mikrofon, um diesen mit Scheinfragen schlecht aussehen zu lassen. Der Ablauf ist streng reglementiert. Jeder Parlamentarier darf nur eine Frage an den Redner stellen.

Im diesem Falle kam es anders: Nachdem CVP-Nationalrat und Bauernpräsident Markus Ritter eine Breitseite gegen die Vorlage abgefeuert hatte, schritt Trinkwasser-Ayatollah und SP-Nationalrat Beat Jans, inzwischen Regierungspräsident des Kanton Basel-Stadt, zweimal für eine Frage nach vorne. Das merkte indes bloss Ritter, der auch protestierte. Er gehöre nun seit neun Jahren dem Rat an – Jans sei der Erste, der es in dieser Zeit geschafft habe, dem gleichen Redner eine zweite Frage zu stellen.

Peinlich war die Episode für Nationalratspräsident Andreas Aebi, der den Basler hätte stoppen müssen. Der schlagfertige Berner redete sich mit einer merkwürdigen Erklärung heraus: Man habe im Präsidium besprochen, ob Jans schon eine Frage gestellt habe. Die Mehrheit sei der Meinung gewesen, nein. Das sei jetzt halt eine Art Bonus an Jans als neuer Regierungspräsident. Manchmal scheint es schwer, die Übersicht zu behalten.

50 3

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.