02. Dezember 2020
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Beat Gygi

Bundesamt für Umwelt: mit Corona in eine bessere und grünere Zukunft

Das Bundesamt für Umwelt hat auf seiner Homepage eine neue Rubrik mit dem Titel «Covid 19 und Umwelt». Darauf sollen «verschiedene Persönlichkeiten aus ihrer Sicht die Chancen und Herausforderungen beleuchten». Der jüngste Beitrag gilt dem Thema «Corona und die neue Sensibilität für nachhaltige Ernährung». Das neue Virus, so der Autor, habe das Leben auf den Kopf gestellt. Plötzlich hätten viel mehr Leute zu Hause gekocht, Einkaufsgewohnheiten geändert, vermehrt lokal produzierte Nahrungsmittel bevorzugt. Die Landwirtschaft habe einen Bio-Boom erlebt.

Jetzt aber gewännen alte Konsumgewohnheiten wieder Oberhand. Deshalb müsse man handeln. Bioprodukte seien zu teuer im Vergleich mit Nahrungsmitteln der «staatlich geförderten überintensiven konventionellen Landwirtschaft», die durch Überdüngung, Pestizideinsätze und Futtermittelimporte die Umwelt bedrohe. Man müsse einen gesellschaftlichen Wandel des Land- und Ernährungssystems hin zu mehr Nachhaltigkeit herbeiführen.

Wer sagt das? Laut Fussnote: «Dieser Artikel wurde im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) verfasst. Für den Inhalt ist allein der Autor verantwortlich.» Autor ist Andreas Bosshard vom Verein «Vision Landwirtschaft», einer Plattform für biologischen Landbau. Es ist der Standpunkt einer Interessengruppe – verfasst im Auftrag des Amts. Das ist doppelte Propaganda: Das Bafu vergibt Kommunikationskanäle an Interessengruppen, die auf seiner politischen Linie liegen, verleiht diesen so einen offiziellen Anstrich und darf auf deren künftige Unterstützung zählen.

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