22. Februar 2021
Wolfgang Koydl

Wie eine Traditionszeitung kritischen Geistern das Leben schwer macht

Es ist überall dasselbe – in Brüssel, Bern oder Berlin: Hauptstadtmedien und Regierung haben ein symbiotisches Verhältnis. Man kennt sich, man braucht sich, man tut einander nicht weh.

Boris Reitschuster ist anders. Wenn er Fragen stellt, tut es der Regierung weh. Wenn er mit einer Antwort nicht zufrieden ist, hakt er nach. Penetrant.

Deshalb soll er weg. Die Süddeutsche Zeitung (SZ) hat auf ihrer grossen «Seite drei» einen Schmähartikel über den Nestbeschmutzer in der Berliner Bundespressekonferenz veröffentlicht. Der Vorwurf: Reitschuster missbrauche diese Bühne für «rechte» Proganda.

Reitschuster war 16 Jahre Focus-Korrespondent in Moskau und hat nun einen regierungskritischen Blog. Für ihn ist er in Berlin  akkreditiert, mit Zugang zur Bundespressekonferenz.

Doch die SZ hat gehört, dass sich Regierungssprecher über ihn  beschwert hätten. Da springt man dem Staat gerne zur Seite. Dass in derselben Ausgabe eine ganzseitige Impf-Anzeige des Gesundheitsministeriums stand, ist wahrscheinlich reiner Zufall.

Wie unangenehm Reitschuster sein kann, bewies er schon in Moskau. Keiner kritisierte Putin mehr als er, und als er endlich ging, schlug man drei Kreuze. Nur hätte dort kein unabhängiges Blatt gemeinsame Sache mit dem Kreml gemacht.

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9 Kommentare zu “Wie eine Traditionszeitung kritischen Geistern das Leben schwer macht”

  • Tenor sagt:

    Wer den Linken Contra gibt, wird sofort diskreditiert, sprich: in die rechte Ecke gestellt. Je intelligenter er argumentiert, desto aggressiver wird er diffamiert, und desto rechter wird er hingestellt.
    Im Dritten Reich und in der DDR appostrophierte man Leute mit abweichender Meinung als Volksfeinde. Diskussionen wurden keine zugelassen.
    Es ist wieder soweit. Wir sind mittendrin!

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  • danke sagt:

    Big-Tech, Big-Money, Big-Pharma und ganz wichtig Big-Media werden von derselben superreichen Weltelite beherrscht, welche uns auch die ganze Corona-Gesundheitsdiktatur aufdrückt. Alle Freigeister und Querdenker sind mundtot gemacht. Wetten! Wer nicht spurt und sich nicht impfen lässt, dem drohen inskünftig noch ganz andere und existenziellere Dinge, als nur für immer schweigen zu müssen.
    Dass coronakritische Leserbriefe nicht gedruckt werden, ist daher bloss eine logische Konsequenz.

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  • j.thurnheer@hispeed.ch sagt:

    warum eigentlich lassen wir uns das alles bieten, machen wir s wie in Washington und stürmen die Redaktionen und das BAG!!!
    es ist doch nunmal biräwäich, wie sich diese ideologiserten Wichtigtuer verhalten
    Machen wirs wie zur Schulzeit, wenn äs Gspänli sich nöd hätt chönä yränkä, hämmeräm gsäit, jetzt seig gnueg Höi dunä und händ äm KLassätätsch gee - mäi das hätt amigs gwürkt - wäri das nöd än versuech wert? mä müesti natürli die allgemeini Empörig drüber in Chauf nee.... ich wäri däby!!

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    • danke sagt:

      Super, dann sind wir ja schon deren zwei! 🙂

      Wichtig:
      Bei dem Bundeshaussumpf braucht es aber schon ein paar mehr, um diesen Saustall auszumisten. Doch keine Angst, je länger dieser Gesundheitsterror weitergeht, desto näher kommen wir der "Ausmistete."

      Vive la Suisse - vive la révolution!

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  • Hoenggi55 sagt:

    Alle ich Sage Alle ausser der Weltwoche bringen nur noch vom Staat Vorgeschriebene und mit Wohlwollen Berichte und wir das Volk sollen dem Dikta folge leisten wie die Schafe zum Metzger gehen !

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  • Claudio Bachmann sagt:

    Das überrascht mich jetzt gar nicht. Die SZ ist ja der verlängerte Arm für die Tamedia. Die BaZ gehört ja seit Aufgabe ihrer Eigenständigkeit auch dazu. Seother sind meine regelmässig verfassten Leserbriefe einer strengen Zensur unterworfen. Nur noch wenige Beiträge werden veröffentlicht. Es ist erschreckend, wie damit die Meinungen manipuliert werden!

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    • juege sagt:

      Geht mir genau so. Derzeit bin ich im ganzen Mainstream gesperrt. Die zensieren nicht nach Beitrag, sondern nach Absender.

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    • Juerg Schneeberger sagt:

      Ja Claudio, dir gehts nicht besser als all den vielen, welche die linke Indoktrination und Suggestion des Mainstream-Journalismus oder deren Claqueure kritisieren! All diese Mainstream-Medien, allen voran die Tamedia mit dem TA und der BaZ, proklamieren dann als oberstes Gut die freie Meinungsäusserung!

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  • juege sagt:

    Ist es bei uns anders?

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