04. Dezember 2020
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Wie viel Berset verträgt der Schweizer Skitourismus?

Der Schweizer Gesundheitsminister schaltet auf stur: Egal wie viele Parlamentarier in den letzten Tagen bei ihm vorsprachen und vor weiteren Massnahmen für den Skitourismus warnten – Alain Berset liess sich bisher nicht erweichen. Unerbittlich hält der Freiburger an seinem Plan fest, drastische Zugangsbeschränkungen für Pisten, Gondeln, und Gastrobetriebe einzuführen.

Betriebsbewilligungen werden zudem nur erteilt, wenn es die epidemiologische Lage im Kanton oder in der betroffenen Region erlaubt. Das alles ist bisher erst über verschlungene Kanäle an die Öffentlichkeit gelangt. Der Bundesrat wird darüber am Freitag entscheiden. Es ist zu hoffen, dass sich die anderen Bundesräte von den Drohungen aus Italien, Deutschland und Frankreich weniger beeindrucken lassen, als der Schweizer Gesundheitsminister.

Man muss kein grosser Skitourismus-Experte sein, um zu erkennen, dass mit derart einschneidenden Massnahmen, den Wintersportstationen, die sich seit Monaten mit Schutzkonzepten seriös auf die Wintersaison vorbereitet haben, das Wasser nun endgültig abgegraben wird. Viele Vorgaben aus dem Berset-Plan sind entweder überhaupt nicht oder nur schwer umzusetzen. In einigen Regionen laufen die Skilifte schon seit Wochen und dies ohne Probleme dank Schutzkonzepten. Warum will also Berset jetzt noch mehr Hürden aufstellen?

Ist der volkswirtschaftliche Kollateralschaden nicht viel grösser als ein paar Corona-Fälle mehr oder weniger? Die bürgerlichen Parteien SVP, FDP und CVP haben diese Frage für sich schon beantwortet und am Mittwoch gemeinsam gegen weitere Einschränkungen für den Skitourismus protestiert. Am Donnerstag rief die Mehrheit im Parlament den Bundesrat auf, im Interesse des Wirtschafts- und Tourismusstandortes Schweiz auf neue Vorschriften für die skitouristischen Leistungserbringer zu verzichten. Kann der Bundesrat diesen Widerstand ignorieren?

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