07. Dezember 2020
Alles lesen
Florian Schwab

Wie viel Kirchensteuern bezahlt Glencore?

Das Engagement vieler steuerfinanzierter Kirchgemeinden zugunsten der Konzernverantwortungsinitiative (KVI) gibt zu reden. Wie man hört, sind viele Bürger aus den Landeskirchen ausgetreten, weil ihnen der von den Kanzeln gepredigte politische Aktivismus gegen den Strich ging.

Nicht aus der Kirche austreten können Unternehmen. Trotzdem sind sie in den meisten Kantonen verpflichtet, Kirchensteuern zu entrichten. So auch im Kanton Zug, wo viele Rohstoff-Firmen ihren Hauptsitz haben.

Von den Initianten der KVI besonders scharf attackiert wurde der Bergbaukonzern Glencore. Wie viele Kirchensteuern zahlt er eigentlich? Aus dem Nachhaltigkeitsbericht 2018 ist zu entnehmen, dass Glencore in der Schweiz 65 Millionen Franken an Steuern bezahlt hat. Steuerspezialisten können daraus ableiten, dass das Unternehmen an seinem Hauptquartier in Baar rund eine Million Franken an die Kirchgemeinden bezahlt hat. Glencore will diese Schätzung nicht kommentieren.

Klar ist, dass Schweizer Unternehmen jährlich Hunderte Millionen an die Kirchen abführen müssen. Neu ist, dass dieses Geld in Abstimmungskämpfen gegen sie eingesetzt wird. Anläufe zur Abschaffung der Kirchensteuer für Unternehmen gab es schon einige. Mit ihrer KVI-Kampagne haben die Kirchen das bislang beste Argument dafür geliefert: Es kann nicht sein, dass die Firmen ihre politischen Gegner zwangsfinanzieren müssen.

94 0

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.