09. Februar 2021
Florian Schwab

Zurück zur Swissair: Der Pilotenstreit zeigt, dass die Eigenständigkeit der Swiss im Korsett der Lufthansa gefährdet ist

Bei der Swiss streiten sich Management und Piloten mit einer Heftigkeit, die man sonst aus Deutschland kennt. Der neue CEO Dieter Vranckx muss als Statthalter des deutschen Lufthansa-Konzerns grosse Sparübungen orchestrieren.

Dabei war die Swiss die Perle der Lufthansa. Vor 16 Jahren für 310 Mio. Euro gekauft, hat sie Gewinne von über 5 Mrd. Franken eingespielt. Trotzdem musste Finanzminister Ueli Maurer jetzt die Swiss mit 1,5 Mrd. Franken retten. Und die deutsche Regierung – neuer Lufthansa-Grossaktionär – liess die Schweiz wochenlang zappeln, bevor sie dem (Schweizer) Rettungspaket zustimmte.

Die Swiss ist den Entscheidungen in Berlin und Frankfurt ausgeliefert. Regulatorisch sowieso. Durch den Luftfahrtvertrag der Bilateralen I muss die Schweiz sämtliche EU-Regeln für die Luftfahrt übernehmen. Bei deren Festlegung lobbyiert Lufthansa nicht in erster Linie für die Swiss.

Bei der grossen Neuordnung der Luftfahrt – Corona, Klimawandel – läuft die Swiss Gefahr, zum Bauernopfer der Deutschen zu werden. Jetzt, da die Lufthansa in finanziellen Schwierigkeiten steckt, wäre ein guter Zeitpunkt, die Swiss aus den Klauen des Lufthansa-Kranichs zu befreien.

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5 Kommentare zu “Zurück zur Swissair: Der Pilotenstreit zeigt, dass die Eigenständigkeit der Swiss im Korsett der Lufthansa gefährdet ist”

  • prie sagt:

    Die Swiss war noch nie eigenständig!

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  • Edmo sagt:

    Es war ein grosser Fehler, die Swiss mit Steuergeldern zu erschaffen. Der Verkauf an die Lufthansa für ein Butterbrot war das Eingeständnis, ein wirtschaftlich untaugliches Produkt auf den Markt geworfen zu haben. Erst im Besitz der Lufthansa konnte die Swiss Mitglied der Star Alliance werden und in diesem Pool wirtschaftlich bestehen. Würden wir die Swiss aus den Klauen des Kranichs befreien, hätten wir wieder ein totes Pferd ohne Star Alliance im Stall.

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  • Reutimann Werner sagt:

    Toll!
    Die Schweizer Steuerzahler wurden ungefragt zur Kasse gebeten. Finanz-Minister Ueli Maurer hat bezahlt. Nun kann die Lufthansa den nicht unbeträchtlichen Betrag selbst gut gebrauchen und die SWISS nötigenfalls „entsorgen“. Dann geht’s sogar ganz ohne Piloten. Die Verhandlungen sind erstmals ja bereits geplatzt.

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  • Realistin sagt:

    Hat irgendjemand wirklich geglaubt, die Swiss sei schweizerisch?
    Und Deutschland hat in jeder Krise bewiesen, dass „Deutschland, Deutschland über alles“ wohl immer gelten wird.

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  • Fede sagt:

    Da hätten die damals Verantwortlichen fürs Swissair-Debakel wohl etwas besser und anders entscheiden sollen. Natürlich ist die gegenwärtige „Zwangsehe“ alles andere als optimal. „Bauernopfer“ der flügellahmen Lufthansa, könnte sicher ein wirkliches Szenario werden, leider..!

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