04. November 2021
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Marcel Odermatt

Zwei SVPler präsidieren National- und Ständerat. Ausgerechnet jetzt mutiert das Bundeshaus zum Feminismus-Tempel

Die Frauen-Session im Bundeshaus ist Geschichte. Was noch länger bleibt, ist die Kunst-Ausstellung «Frauen im Bundeshaus».

Bis kurz vor Weihnachten können Besucher eine Vielzahl von lebensgrossen Holz-Silhouetten von Künstlerinnen betrachten, die einen auf Schritt und Tritt beim Gang durch das Haus begleiten.

Sie sollen, so heisst es in einer Mitteilung des National- und Ständerates, «auf die berechtigte Präsenz der Frauen in diesem Gebäude» hinweisen. 

Die Botschaft erstaunt. Denn niemand stellt ernsthaft in Frage, dass der weibliche Teil der Bevölkerung nicht am demokratischen Prozess teilnehmen soll.

Auch die Botschaften auf den Figuren sind sattsam bekannt, entsprechen einem Déjà-vu: Frauen verdienen weniger als Männer, es dauerte zu lange, bis das Stimmrecht eingeführt wurde, oder der Staat solle mehr Geld für Kinderbetreuung ausgeben. 

Linke Positionen, die den Betrachtern inflationär um die Ohren gehauen werden. Das altehrwürdige Parlamentsgebäude fest in Hand von woken Aktivistinnen.

Eigentlich erstaunlich, denn das Parlament wäre noch immer dominiert von bürgerlichen Gruppierungen. Ja, noch mehr: Mit den SVP-Exponenten Andreas Aebi (Bern) und Alex Kuprecht (Schwyz) stellt die Rechtspartei dieses Jahr gar die beiden Präsidenten der grossen und kleinen Kammer.

Eine Ironie der Geschichte, dass sich ausgerechnet unter ihrer Ägide das Bundeshaus zum Feminismus-Tempel verwandelte. 

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13 Kommentare zu “Zwei SVPler präsidieren National- und Ständerat. Ausgerechnet jetzt mutiert das Bundeshaus zum Feminismus-Tempel”

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